Was eine Expeditionskreuzfahrt von einer klassischen Kreuzfahrt unterscheidet
In der Antarktis gilt eine einfache Regel: Je kleiner das Schiff, desto intensiver das Erlebnis. Die internationale Antarktis-Tourismusorganisation IAATO erlaubt maximal 100 Personen gleichzeitig an Land; grosse Schiffe müssen Anlandungen deshalb stark einschränken oder verzichten ganz darauf. Auf einem kleinen Expeditionsschiff gehen Sie dagegen bei geeignetem Wetter meist zweimal täglich von Bord – zu Pinguinkolonien, historischen Forschungsstationen oder auf Zodiac-Fahrten zwischen treibenden Eisbergen.
Begleitet werden Sie von einem Expeditionsteam aus Biologen, Glaziologen und Polarhistorikern, das an Bord Vorträge hält und an Land jede Beobachtung einordnet. Einen fixen Fahrplan gibt es bewusst nicht: Eislage und Wetter entscheiden, welche Buchten angelaufen werden.
Die beste Reisezeit: November bis März
Antarktis-Kreuzfahrten finden ausschliesslich im Südsommer statt, und jeder Abschnitt der Saison hat seinen eigenen Charakter. Im November präsentiert sich die Landschaft noch tief verschneit, das Eis ist unberührt, und in den Kolonien balzen die Pinguine. Dezember und Januar bringen die längsten Tage – weit im Süden wird es kaum dunkel –, dazu schlüpfen die Küken, und die Tierwelt ist am aktivsten.
Februar und März gelten als beste Zeit für Walbeobachtungen: Buckelwale und Orcas sind dann besonders häufig zu sehen, und die zurückweichende Eiskante erlaubt Vorstösse weiter nach Süden. Falsch machen können Sie wenig – entscheidend ist, welche Schwerpunkte Sie setzen.
Praktische Hinweise für Ihre Antarktis-Expedition
Ausgangspunkt der meisten Reisen ist Ushuaia an der Südspitze Argentiniens, das Sie von der Schweiz aus über Buenos Aires erreichen. Die Überquerung der Drake-Passage dauert pro Richtung rund zwei Tage; wer empfindlich auf Seegang reagiert, sollte vorsorglich Mittel gegen Seekrankheit einpacken. An der Antarktischen Halbinsel liegen die Sommertemperaturen meist um den Gefrierpunkt – kälter als in den Schweizer Bergen im Winter ist es selten. Bewährt hat sich das Zwiebelprinzip mit wind- und wasserdichter Aussenschicht; für die nassen Anlandungen brauchen Sie Gummistiefel.
Besondere sportliche Voraussetzungen sind nicht nötig: Wer trittsicher ist und ohne Hilfe ins Zodiac steigen kann, ist auf einer Antarktis-Expedition richtig.
Für wen sich eine Terra-Nova-Expedition eignet
Diese Reise richtet sich an Menschen, die Natur über Unterhaltungsprogramm stellen: Naturliebhaber, Fotografinnen und Fotografen, aktive Reisende jeden Alters – und alle, die einen der letzten wirklich unberührten Orte der Erde mit eigenen Augen sehen möchten. Wer einen minutiös planbaren Ablauf erwartet, muss umdenken; wer sich auf den Rhythmus von Wind, Eis und Tierwelt einlässt, erlebt dafür Momente, die keine andere Destination bietet. Unsere Antarktis-Spezialisten beraten Sie persönlich, welche der drei Routen und welches Schiff am besten zu Ihren Vorstellungen passen.