Beste Reisezeit für die Antarktis: November bis März
Der Südsommer im Überblick
Warum nur der Südsommer möglich ist
Die Antarktis-Saison dauert von November bis März – aus handfesten Gründen. Nur im Südsommer zieht sich das Packeis so weit zurück, dass Expeditionsschiffe die Antarktische Halbinsel erreichen und Zodiacs sicher anlanden können. Gleichzeitig klettern die Temperaturen auf erträgliche Werte, und die Tage werden lang. Im Südwinter dagegen friert das Meer grossflächig zu, es herrscht Dunkelheit und extreme Kälte – kein Schiff verkehrt dann in antarktischen Gewässern. Alle Expeditionsreisen in die Antarktis finden deshalb in diesem Fenster von fünf Monaten statt, geplant wird entsprechend früh.
Die Saison im Überblick
Jeder Monat des Südsommers hat seinen eigenen Charakter. Die Tabelle zeigt auf einen Blick, was Sie wann erwartet:
| Monat | Was Sie erleben | Tageslicht | Für wen ideal |
|---|---|---|---|
| November | Unberührter Schnee, Pinguine balzen und nisten, wenige Schiffe | rund 16–18 Stunden | Fotografen, Ruhesuchende |
| Dezember | Hochsaison beginnt, erste Pinguinküken schlüpfen, mildeste Temperaturen | bis zu 20 Stunden | Erstbesucher, Tierbeobachter |
| Januar | Höhepunkt der Saison, Küken in den Kolonien, mildeste Temperaturen | bis zu 20 Stunden | Erstbesucher, Tierfreunde |
| Februar | Beste Walbeobachtung beginnt, Jungtiere, weniger Betrieb | rund 14–17 Stunden | Walbeobachter, Wiederkehrer |
| März | Walbeobachtung am besten, Saisonende, stimmungsvolles Licht | rund 11–13 Stunden | Walfans, Preisbewusste |
Monats-Empfehlungen im Detail
Der November gehört den Geniessern und Fotografen: Der Schnee liegt noch unberührt, die Pinguine balzen und bauen Nester, und weil erst wenige Schiffe unterwegs sind, haben Sie viele Anlandestellen beinahe für sich. Dezember und Januar sind die Hochsaison – mit den mildesten Temperaturen, bis zu 20 Stunden Tageslicht und schlüpfenden Pinguinküken das klassische Antarktis-Erlebnis. Februar und März schliesslich gehören den Walen: Jetzt sind die Chancen auf Sichtungen am grössten, in den Kolonien tummeln sich Jungtiere, und zum Saisonende sind Kabinen oft günstiger zu haben. Wovon der Aufwand einer solchen Reise abhängt, erläutern wir auf unserer Seite zu den Kosten einer Antarktis-Reise.
Drake-Passage und Anreise
Der klassische Weg in die Antarktis führt über Ushuaia an der Südspitze Argentiniens. Von dort quert Ihr Expeditionsschiff die Drake-Passage – rund zwei Tage je Richtung, mal ruhig, mal rau. Viele Gäste erleben die Überfahrt als Teil des Abenteuers: Seevögel begleiten das Schiff, und Vorträge des Expeditionsteams stimmen auf die ersten Anlandungen ein. Wer die Passage lieber überspringt, wählt eine Fly-and-Cruise-Variante und fliegt über King George Island direkt zum Schiff. Praktische Hinweise zu Ausrüstung, Einschiffung und Vorbereitung finden Sie in unseren Antarktis-Reiseinformationen.
Für wen sich welche Reisezeit eignet
Unabhängig vom Monat reisen Sie auf kleinen Expeditionsschiffen mit meist unter 200 Gästen; angelandet wird gemäss IAATO-Regeln mit maximal 100 Personen gleichzeitig. Die Wahl der Reisezeit richtet sich darum ganz nach Ihren Interessen: Stille und makellose Landschaften sprechen für den November, Tierbeobachtung in vollen Kolonien für Dezember und Januar, Wale und Jungtiere für Februar und März. Wer die Route um Südgeorgien oder die Falklandinseln erweitern möchte, plant zusätzliche Seetage ein. Einen Gesamtüberblick über Reiseziel und Routen bietet unsere Antarktis-Seite.
Nein. Von etwa April bis Oktober herrscht in der Antarktis Südwinter: Das Meer friert grossflächig zu, es ist dunkel und extrem kalt, und kein Expeditionsschiff verkehrt. Reisen sind ausschliesslich im Südsommer von November bis März möglich.
Februar und März gelten als beste Monate für die Walbeobachtung. Zum Saisonende halten sich besonders viele Wale in den antarktischen Gewässern auf, und auch Jungtiere verschiedener Arten sind jetzt zu sehen. Wer gezielt für Wale reist, wählt darum das Ende des Südsommers.
Die Drake-Passage dauert rund zwei Tage je Richtung, und die Bedingungen reichen von ruhiger See bis zu kräftigem Seegang. An Bord bereiten Vorträge des Expeditionsteams auf die Anlandungen vor, sodass die Seetage sinnvoll gefüllt sind. Wer die Passage umgehen möchte, wählt eine Fly-and-Cruise-Variante über King George Island.
Die Küken schlüpfen im Dezember und Januar – dann herrscht in den Kolonien am meisten Betrieb. Im November balzen und nisten die Pinguine erst, im Februar und März sind die Jungtiere bereits herangewachsen. Für das klassische Kükenbild ist die Hochsaison um den Jahreswechsel ideal.
