Winterferien in Schwedisch Lappland

Winterferien in Schwedisch Lappland

Aktiv

28.November 2016 - 07.Dezember 2016

Anreise

Über Stockholm reisten wir nach Kiruna an, wo wir von einem Guide der Pinetree Lodge von Kangos empfangen wurden. Gemeinsam mit den anderen Gästen, welche am gleichen Tag anreisten, fuhren wir ca. 2 Stunden zur Lodge, welche in absoluter Abgeschiedenheit an einem kleinen See liegt. Wir sind wortwörtlich im Winter Wonderland angekommen! Die Strassen und Bäume waren wunderschön von weissen Schnee bezuckert und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Die Lodge besteht aus mehreren Gebäuden. Im Hauptgebäude sind die Rezeption, das Restaurant, eine kleine Lounge und einige Zimmer untergebracht. Im zweiten Gebäude sind weitere Zimmer und die Brown Bear Bar, welche am Abend jeweils ihre Türen öffnet. Zusätzlich gibt es einige Cabins, einen Souvenirladen und natürlich die Private Sauna mit Jacuzzi, welche am See liegt. Die Hundezwinger befinden sich am Ende der Anlage und können jederzeit besucht werden, sofern ein Guide in der Nähe ist. Zusätzlich gibt es noch ein Gebäude mit allem Material. Hier werden die Schneeschuhe, Schneemobile und die ganze Winterausrüstung aufbewahrt.


 Nach dem Check-In und dem Zimmerbezug gab es eine kleine Begrüssung und Einführung mit allen wichtigen Informationen und dem Programm, das uns die nächsten Tage erwarten wird.

Nach dem leckeren Abendessen erforschten wir die die Anlage ein wenig und die Kamera durfte natürlich nicht fehlen! Wir freuten uns besonders, als wir bereits am ersten Abend ganz schwach, das erste Nordlicht bestaunen durften. Wie kleine Kinder zu Weihnachten hüpften wir auf und ab und freuten uns über den kleinen Streifen, welcher eigentlich nur durch die Kamera als Nordlicht zu erkennen war.

Fluganreise nach Kiruna
Das erste Nordlicht
Sterenhimmel über Kangos

Kurze Hundeschlitten-Safari

Der nächste Tag begann bereits mit dem ersten Highlight, auf das wir uns beide sehr freuten: es ging ab zu den Huskys! Diese warteten bereits ungeduldig darauf, uns durch die wunderschöne Winterlandschaft zu ziehen. Wer wollte, durfte beim Einspannen der Huskies helfen und somit bereits die erste Bekanntschaft mit den Tieren machen. Nach einer kurzen Einführung ging es endlich los! Ob die Hunde oder die Gäste aufgeregter waren, kann ich nicht sagen, ich würde behaupten, die Freude war etwa gleich gross. Sobald die Hunde losliefen hörten sie auf zu bellen und konzentrierten sich aufs Laufen. Kaum lag die Lodge hinter uns, waren wir von kompletter Stille umgeben und lediglich das leise Tapsen der Hundepfoten im Schnee war zu hören. Diese Stille und Einsamkeit faszinierten mich und ich genoss es ungemein, sanft durch den Schnee gezogen zu werden. Unser Guide war sehr aufmerksam und vergewisserte sich immer wieder, dass die gesamte Gruppe zusammenblieb und niemand Probleme hatte.
Nach den ersten paar Kilometern legten wir eine kurze Pause ein, bei welcher sich einerseits unsere vierbeinigen Begleiter etwas erholen konnten und wir Zweibeiner einen Snack und heisse Getränke zur Stärkung erhielten. Gleichzeig freundeten wir uns mit unserem Hundegespann an. Nach der Pause ging es weiter und jene, die zuerst den Schlitten fuhren konnten sich nun entspannen und ziehen lassen. Die anderen hatten nun die Chance, die Kontrolle über das Gespann zu übernehmen. Den Schlitten selber zu fahren machte nochmals mehr Spass als nur im Schlitten zu sitzen und als sogenannter «Musher» fühlten sich wohl alle wie kleine Abenteurer.
Zurück bei der Lodge halfen jene, die wollten, die Hunde zu versorgen und erfuhren noch einiges über die verschiedenen Hunde und wie sie gehalten und trainiert werden. Anschliessend hatten wir Zeit, die süssen und neugierigen Welpen kennen zu lernen. Am liebsten hätte ich einen in meinen Koffer gepackt und mit nach Hause genommen!

Nach dem Mittagessen war Zeit um etwas zum Entspannen, bevor es abends aufs nächste Abenteuer ging. Nachdem alle ihre Schneeschuhe umgeschnallt und die Stirnlampen montiert hatten, ging es los und wir stampften bei leichtem Schneefall durch den Schnee. In der Halbzeit machten wir eine Pause, setzten uns auf Rentierfelle und unser Guide machte ein gemütliches Lagerfeuer. Nun hatten wir die Möglichkeit etwas über die anderen Gäste zu erfahren und der Guide erzählte uns verschiedene Geschichten über die Region, die Sami und das Nordlicht. Anschliessend gingen wir zurück zur Lodge, wo wir glücklich aber müde ins Bett fielen.

Wartende Huskys vor der Abfahrt
Puppy Love
Pinetree Lodge
Gemütliches Lagerfeuer während der Schneeschuhwanderung

Motorschlitten-Safari

Auch der nächste Tag startet mit einem Abenteuer. Auf dem Programm stand eine Motorschlitten Safari. Zwei Personen teilten sich einen Schlitten und wechselten sich auch hier wieder ab. Wir hatten wahnsinniges Glück mit dem Wetter, auch wenn es etwas bewölkt war. Kurz vor der Pause sahen wir einen wunderschönen Sonnenaufgang, was wohl aufgrund der kurzen Tageslänge auch gleichzeitig der Sonnenuntergang war. Die Stimmung war unglaublich und eindrücklich! Noch vor der offiziellen Pause hielten wir an, um diese unglaubliche Stimmung erleben und natürlich mit der Kamera einfangen zu können. Kurz darauf fuhren wir weiter zum offiziellen Pausenplatz, wo wir noch mehr Fotos machten und aus dem Staunen nicht mehr herauskamen.
Nach der Pause machten wir uns auf den Heimweg. Man könnte wohl sagen, typisch Frauen am Steuer, denn der einzige Motorschlitten mit zwei Frauen schaffte die Kurve nicht und lachend (und zum Glück unverletzt) stürzten wir in Zeitlupe in den weichen Schnee. Deutlich eleganter kam uns der Guide zur Hilfe und ohne weitere Zwischenfälle kamen wir alle heil zurück bei der Lodge an.

Den Nachmittag nutzten wir zum Ausruhen und Entspannen. Vor dem gemütlichen Kamin liessen wir den Tag Revue passieren. Um nicht nur faul herumzuliegen, beschlossen wir, vor dem Abendessen noch Schneeschuhe auszuleihen und die Gegend auf eigene Faust zu erkunden.

Motorschlittensafari

Ganztägige Hundeschlitten-Safari

Der dritte Tag stand zu unserer freien Verfügung und wir entschieden uns, an einer ganz Tages Husky-Safari teilzunehmen. Da wir unbedingt wieder bei den Vorbereitungen helfen wollten gingen wir schon früh zu den Hundezwingern und trafen auf unseren Guide, welche uns bereits am ersten Tag mit den Huskies begleitete. Gemeinsam spannten wir die Hunde ein und freundeten uns mit unserem Gespann an. Als alle Gäste, welche mit auf die Tour kamen, eingetroffen waren, ging es nach einer kurzen Einführung los.
Genauso aufgeregt aber mit noch viel mehr Vorfreude als beim ersten Mal, fuhren wir los. Leider war es bewölkt, weshalb wir keine dramatische Stimmung wie am Vortag hatten, doch auch ohne spektakulären Sonnenauf- respektive untergang war die Stimmung unglaublich! Auch an diesem Tag faszinierte mich die Stille und Einsamkeit dieser Region aufs Neue. Meiner Meinung nach ist eine Hundeschlittenfahrt die beste Möglichkeit, die Region kennen zu lernen.

Gegen Mittag machten wir eine grössere Pause. Beim Lagerfeuer stärkten wir uns mit einer warmen Suppe und auch die Hunde bekamen einen kleinen Snack und hatten Zeit sich zu erholen, bevor es weiterging.

Was mich bei dieser Tour besonders faszinierte, war zu beobachten, wie sich der Himmel veränderte und es langsam dunkel wurde. Es war ein besonders interessantes Erlebnis im Dunkeln zu fahren. Mit der Stirnlampe sah man lediglich seine eigenen Hunde und in der Ferne das Licht des Gespanns vor uns. So fühlten wir uns tatsächlich wie Abenteurer in völliger Abgeschiedenheit. Leider ging auch dieser Tag viel zu schnell zu Ende und wir kamen alle heil und sicher zurück zur Lodge, wo wir wieder halfen, die Hunde zu versorgen.

Um den Tag in der Kälte perfekt ausklingen zu lassen, schrieben wir uns bereits am Vortag für einen Saunabesuch mit Jacuzzi ein. Für 1.5 Stunden gehörten Sauna und Jacuzzi uns und wir genossen die Wärme nach einem langen Tag in der Kälte ungemein.

Kurze Pause am Vormittag
Mittagspause am Lagerfeuer

Reindeer Lodge

Heute müssen wir die wunderschöne Lodge leider bereits verlassen und es geht per Transfer zurück nach Kiruna, wo wir noch einige Tage anhängen. Beim Nutti Sámi Siida in Jukkasjärvi stiegen wir aus. Dies ist ein Unternehmen, welches Ausflüge und Erlebnisse auf Samischer Grundlage anbietet und organisiert. Die Samen sind ein indigenes Volk, welches im Norden Europas zu Hause ist. Um die Kultur und Geschichte den Touristen näher zu bringen, wurde das Nutti Sámi Siida gegründet. Dazu gehört die Reindeer Lodge, in welcher wir die nächste Nacht verbrachten. Doch bevor wir dorthin gebracht wurden, genossen wir ein traditionelles Gericht am wärmenden Feuer.

Aufgrund der Vorsaison waren wir die einzigen Gäste. Die Lodge besteht aus nur wenigen Ein-Zimmer Hüttchen, welche einfach und ohne Dusche / WC eingerichtet direkt neben einem Rentiergehege stehen. Die gesamte Anlage steht am zugefrorenen See völlig Abseits der Zivilisation. Das WC ist in einem separaten Gebäude und nochmals in einem anderen Gebäude ist die Sauna untergebracht. Diese heizte der Besitzer vor dem Abendessen nur für eins und wir genossen nach der eisigen Kälte die Wärme. Anschliessend wurde uns ein köstliches Rentierfilet serviert und wir lauschten gespannt verschiedene Geschichten über die Kultur der Samen, bevor wir todmüde ins Bett fielen.

Reindeer Lodge

Reindeer Lodge

Am nächsten Tag wachten wir zu wolkenlosen Himmel auf, was jedoch auch bedeutete, dass es sehr kalt war. Mit -26° C war dies der kälteste Tag auf der gesamten Reise, was uns aber nicht davon abhielt am gefrorenen See die wunderschöne Stimmung einzufangen und Foto für Foto zu schissen. Anschliessend stärkten wir uns bei einem gemütlichen Frühstück, bevor wir mit unserem Guide zum Rentiergehege gingen, um diese zu füttern. Die Rentiere, welche direkt bei der Lodge leben, werden in den Wintermonaten für die verschiedenen Aktivitäten eingesetzt und sind daher an Menschen gewöhnt. Nicht alle Rentiere können für Schlittenfahrten genutzt werden und jene, mit denen es gut funktioniert, sind besonders wertvoll für die Besitzer.
Nach der Fütterung packten wir unsere Sachen und wurden von unserem Guide nach Kiruna zu unserer nächsten Unterkunft Camp Ripan in Kiruna gebracht. In dieser 4* Unterkunft lässt sich die Reise am besten ausklingen. Am Nachmittag erforschten wir das kleine Städtchen und machten den einen oder anderen Einkauf.  Am Abend genossen wir ein köstliches Essen im wunderschönen Restaurant. Die Vorfreude auf den nächsten Tag war gross!

Fütterung der Rentiere
Abendessen im Camp Ripan
Das Nordlicht
Kiruna

Elchsafari auf dem Pferderücken

Am nächsten Tag stand unser letztes gemeinsames Highlight auf dem Programm! Beide reit- und pferdebegeistert buchten wir im Vorfeld eine Elchsafari auf Islandponys. Uns war bewusst, dass es anfangs Dezember wohl noch zu früh für Elche war, die Gegend ist jedoch für ihre zahlreichen Elche bekannt und daher hofften wir aufs Beste. Und auch wenn wir keinen Elch sehen sollten, so hatten wir zumindest einen schönen Abschluss hoch zu Ross.
In der Rezeption wurden wir abgeholt und zur Pferdefarm gebracht. Wir waren die einzigen Teilnehmer und als unser Guide hörte, dass wir beide eigene Pferde zu Hause haben und erfahrene Reiterinnen sind, passte sie das Programm entsprechend an und wir machten eine anspruchsvollere Tour. Alle Pferde sind sehr gut ausgebildet und sehr gut gepflegt, was uns beiden sehr wichtig war. Wir erhielten warme Anzüge, Helme, Stiefel, Handschuhe und alles was wir brauchten, um auf dem Ausritt nicht zu frieren. Die Pferde durften wir selber bereitmachen und uns somit bereits anfreunden. Anschliessend ging es los und schon bald steckten wir im bauchtiefen Schnee und die Ponys stapften tapfer und kraftvoll durch den Schnee. Der Guide erklärte uns, dass wir nun den Weg für den Winter legten. Damit weniger erfahrene Touristen ohne Probleme auch an einer solchen Tour teilnehmen können, muss zunächst der Weg geräumt werden. In allen Gangarten ritten wir durch den verschneiten Märchenwald und wir genossen die Ruhe ein letztes Mal. Etwa in der Hälfte des Ritts hatten wir tatsächlich Glück und wir sahen eine Mutterkuh mit ihrem Kalb von Weitem.
Zurück auf der Farm versorgten wir die Pferde wieder und bekamen anschliessend noch ein warmes Mittagessen in Form einer Elchsuppe und hausgebackenem, warmen Brot. Während dem Essen erfuhren wir viel über die Geschichte der Farm und die vielen Vorteile der Islandponys.

Am Nachmittag beschlossen wir, das kleine aber sehr herzlich eingerichtet SPA unseres Hotels aufzusuchen. Es war perfekt, um uns nach einem langen Tag in der Kälte aufzuwärmen und den letzten Abend entspannt ausklingen zu lassen.

Mutterkuh mit ihrem Kalb

Entdecken einer neuen Unterkunft

Am nächsten Tag hiess es Abschied nehmen. Meine Freundin flog bereits zurück in die Schweiz, während ich noch einige Tage in Schweden blieb, um die neue Unterkunft "Aurora Mountain Lodge" in Lannavaara zu besuchen. Im Hotel und am Flughafen wurden alle Gäste eingesammelt und der Transfer von ca. 2.5 Stunden ging los. Am späteren Nachmittag angekommen, wurden uns zunächst die Zimmer und Cabins zugeteilt. Ich wartete noch auf eine Arbeitskollegin, welche mit mir gemeinsam die nächsten 2 Nächte hier verbringen würde, um die Lodge kennen zu lernen. Die wunderschöne und liebevoll eingerichtete Lodge wird von einem Schweizer Ehepaar betreut und schnell machten wir uns bekannt. Am Abend erhielten wir ein sehr feines Abendessen. Anschliessend hatten wir die Möglichkeit, gemeinsam mit der Wirtin die gesamte Lodge kennen zu lernen.

Die Lodge hatte an diesem Wochenende ganz neu aufgemacht und wir gehörten zu den ersten Gästen. Sie besteht aus mehreren Gebäuden. Das Hauptgebäude beinhaltet die Lounge, das Restaurant und die Standardzimmer. Unmittelbar daneben befinden sich die modernen Cabins, welche Platz für bis zu 4 Personen bieten. Etwa 400 m von der Anlage entfernt befindet sich das Saunagebäude. Dann hat es noch zu guter Letzt ein Gebäude für die Mitarbeiter und Guides. Neben der Lodge sind sowohl die Hundezwinger als auch Stallungen mit 8 Pferden. Diese und die Huskys gehören dem Schweizer Ehepaar, die sie bereits in der letzten Lodge in Finnland eingesetzt hatten.

Aurora Mountain Lodge, Lounge
Aurora Mountain Lodge, Restaurant
Aurora Mountain Lodge

Heimreise

Den Vormittag durften wir mit den anderen Gästen auf dem Hundeschlitten verbringen. Obwohl der Himmel nicht wolkenlos war, erlebten wir einen wunderschönen Sonnenauf- und untergang. Im Nachhinein wurde uns mitgeteilt, dass dies der letzte Tag war, an dem die Sonne noch knapp oberhalb des Horizonts zu sehen war. Die nächsten Monate würde diese nicht mehr zu sehen sein. Umso spezieller war es, dies noch einmal erleben zu dürfen. Mit ca. -20° C war es recht kalt für diese Tour, was sich vor allem an unseren Haaren und Wimpern bemerkbar machte, welche zu kleinen Eiszapfen wurden.

Am Nachmittag hatten wir noch die Möglichkeit, uns kurz für eine kleine Schrittrunde in den Sattel zu schwingen. Mein Reiterherz schlug natürlich höher, auch wenn es nur sehr kurz ar. Am Abend erhielten wir wieder ein sehr feines Abendessen und dann hiess es auch schon Koffer packen. Unsere Zeit in Schwedisch Lappland geht dem Ende zu und am nächsten Morgen wurden wir nach Kiruna an den Flughafen gefahren, von wo wir zurückflogen. Es ist aber definitiv nicht das letzte Mal und die nächste Reise wird noch auf dem Heimflug geplant.

Letzte Sonnenstrahlen auf der Husky Tour
In der Kälte gefrieren die Wimpern und Haare