Umrundung Spitzbergen

Umrundung Spitzbergen

Gruppenreise

29.August 2012 - 06.September 2012

Anreise nach Spitzbergen

Reist man auf einer Expeditions-Seereise rund um Spitzbergen, so ist die Anreise in der Regel spät abends. Wir flogen mit Air Berlin, die damals noch existierte, von Zürich via Düsseldorf nach Longyearbyen, wo wir nach Mitternacht ankamen und gleich zum Hotel transferiert wurden. In Spitzbergen ist es üblich, dass man zu Hause, aber auch im Hotel, beim Eingang die Schuhe auszieht. Das kommt noch aus der Zeit, als in Spitzbergen intensiv Kohle abgebaut wurde, damals waren die Strassen mit einer feinen Kohlestaubschicht überzogen und diesen Kohlestaumb wollte man nicht im Haus haben. Der Bezug des Hotels begann daher damit, dass rund 100 Gäste sich beim Eingang die Schuhe auszogen.

Der nächste Morgen stand zur freien Verfügung, und nach dem Frühstück machte ich mich kurz auf den Weg ins Zentrum. In Longyearbyen, wo rund 2000 Einwohner leben, gibt es ein paar Geschäfte, am Dorfrand eine Kirche und ein Museum, das sich zu besichtigen lohnt. Am Nachmittag war dann eine Stadtrundfahrt angesagt, bei der neben dem Besuch des Mueseums auch eine Kunstgallerie sowie ein stillgelegtes Bergwerk besuchten. Am Nachmittag erfolge die Einschiffung auf der Hurtigruten MS Fram und Bezug der Kabine.

Landung in Longyearbyen kurz nach Mitternacht
Der Flughafen von Longyarbyen
Der Eisbär in der Ankunftshalle
Wir sind auf halbem Weg zwischen Nordkapp und Nordpol
Typische Häuser in Longyearbyen
Ausserhalb von Longyearbyen besteht Eisbärgefahr
Die Hurtigruten MS Fram unterhalb des stillgelegten Kohlebergwertks
Kabinenbezug (hier eine Superior F2-Kabine)

Abfahrt in Longyearbyen und Besuch der russischen Siedlung Barentsburg

Nachdem alle Gäste ihre Kabinen bezogen hatten, gab's die obligate Sicherheitsinstruktion mit Schwimmweste und Überlebensanzug (wegen dem kalten Wasser). Anschliessend fuhren wir zur russischen Siedlung Barentsburg, wo rund 500 Einwohner leben und heute noch Kohle abgebaut wird. In Bartentsburg konnten wir für ein paar Stunden an Land, die bunt bemalten Häuser anschauen, den lokalen russischen Laden besuchen sowie einer Folkloredarbietung der lokalen russischen Bevölkerung beiwohnen. Da Barentsburg nicht auf dem Landweg erreichbar ist, lebt hier die Bevölkerung sehr abgeschieden und freut sich daher immer, wenn ein Expeditions-Schiff auf Besuch kommt. 

Die russische Siedlung Barentsburg
Das Hafenbüro von Barentsburg
Hier hat auch Lenin seine Zeit überlebt
Bunt bemalte Häuser
Eingang zum Mehrzweckgebäude ...
... wo wir der Folklore-Darbietung zuschauten.
Die lokale Bevölkerung zeigte und russische Folklore.
Die MS Fram vor Barentsburg

Ny-Ålesund, Magdalenefjord und Gullybukta

Am nächsten Morgen legten wir in Ny-Ålesund an, der nördlichsten Siedlung der Welt. Heute leben hier im Sommer rund 100 und im Winter rund 30 Forscher (Klimatologen), bis in die 60er Jahre wurde hier auch noch Kohle abgebaut, die Kohlegrube wurde aber nach einer Explosion geschlossen. Bei der Erforschung des Nordpols spielte Ny-Ålesund eine wichtige Rolle, u.a. startete hier Roald Amundsen seine Expedition in den Norden.

Am Nachmittag ging's weiter in den Magdalenefjord, von wo wir auf einer kurzen Wanderung zur Gullybukta und zum Gullybreen-Gletscher mit den bizarren Eisbergen am Meeresufer kamen.

Die nördlichste Siedlung der Welt: Ny-Ålesund
Das nördlichste Postamt der Welt
Ny-Ålesund
Denkmal an Roald Amundsen
Im Magdalenefjord
Gullybukta
Gullybukta und Gullybreen

Nordküste Spitzbergens

An der Nordküste Spitzbergens landeten wir jeweils am Vormittag an Land an, d.h. wir wurden mit Tender-/Polarcircle-Booten vom Schiff ans Land gebracht und am Nachmittag fuhren wir mit den Booten in die Nähe der Gletscher. Das Ein- und Aussteigen ist bei der Hurtigruten MS Fram sehr einfach, vom Tenderdeck geht's ein paar Stufen nach unten zur Luke, wo man mit einem Schritt in die Tenderboote einsteigen kann.

Anlandung in Nordspitzbergen
Das Tenderdeck, ...
... von wo man einfach in die Polarcircle-Boote einsteigen kann.
Ausblick von einer Wanderung in Nordspitzbergen
Bootsausflug zum Gletscher
Eisberge
Mit Gletschereis gekühlter Drink an der Bar
Wunderschöne Aussicht vom Panorama-Deck
Abendstimmung in Spitzbergen

Der nördlichste Punkt, das kälteste Wasser und Walrosse

Kurz vor Mitternacht erreichten wir den nördlichsten Punkt unserer Reise, die Insel Moffen am 80. Breitengrad. Auf der Insel befindet sich eine Walrosskolonie, die wir aber dank heller Dämmerung um diese Jahreszeit noch gut erkennen können.

Am nächsten Morgen landeten wir in Kinnvika im Murchisonfjord, wo sich eine ehemalige, verlassene schwedisch-finnisch-schweizerische Forschungsstation befindet, welche für die Expedition im Jahr 1957/1958 benutzt wurde.

Im Murchisonfjord hatten wir auch die Möglichkeit, uns im arktischen Wasser zu erfrischen ... kälter kann Wasser fast nicht mehr sein!

Nach der Durchfahrt der Hinlopenstrasse, am Alkefjellet vorbei, sind wir am Abend noch beim Trælnesfjellet an Land gegangen, wo eine grosse Walross-Kolonie gerade den arktischen Herbst genoss und die jungen Walrosse uns in unmittelbarer Nähe zum Ufer friedlich begutachteten. Diese Begegnung mit den Walrossen war mein eindrücklichstes Erlebnis während meiner ganzen Spitzbergen-Reise.

Moffen, der nördlichste Punkt unserer Reise, mit Walrosskolonie
Abendstimmung kurz vor Mitternacht
Murchisonfjord
Kinnvika Forschungsstation
Überbleibsel von der Forschungsstation
In der Forschungsstation ist noch ein Gruss an die zukünftigen Besucher
Ein Bad im arktischen Meer
Kälter kann Wasser kaum mehr sein, bevor es gefriert!
Walross-Kolonie beim Trælnesfjellet
Junge Walrosse ganz in unserer Nähe

Eisbären an der Südküste Spitzbergens

Die heutigen beiden Tage waren geprägt durch drei Begegnungen mit Eisbären. Bereits am frühen Morgen konnten Frühaufsteher/innen eine Eisbärenmutter mit ihrem Kind an einem steilen Berghang beobachten. Am folgenden Nachmittag hatte die Wandergruppe eine direkte Begegnung mit einem Eisbären und musste sich rasch wieder zurück auf die MS Fram begeben, und weil aller guter Dinge drei sind, sahen wir am auch noch am Abend einen Eisbären, der genüsslich an Land vor sich hindöste. Neben den Eisbären sahen wir auch zum ersten Mal ein Spitzbergen-Rentier aus nächster Nähe ... sie sind etwas kleiner und rundlicher als die Rentiere in Lappland (wegen dem Klima) und leben wild auf Spitzbergen.

Bereits am frühen Morgen die erste Begegnung mit Eisbären
Spitzbergen-Rentier
Unsere Wandergruppe ...
... die unterwegs auf einen Eisbären stiess.
Der Eisbär trottete gemütlich dem Ufer entlang
Wunderschöne Landschaften
Am Abend dann noch die dritte Begegnung mit einem Eisbären
Auf Ausschau nach weiteren Eisbären
Südspitzbergen
Südspitzbergen

Westküste Spitzbergens

Den letzten Tag verbrachten wir an der Westküste Spitzbergens und im Isfjord, hatten verschiedene Anlandungen und am Abend verabschiedete sich auch noch die Besatzung von den Gästen. Die Nacht war kurz, denn schon kurz nach Mitternacht war der Rückflug in die Schweiz angesagt.

Wer Lust hat, kann auf der MS Fram auch Kanu fahren
Anlandung im Isfjord
Aus den kleinsten Nischen wachsen die arktischen Pflanzen
Hurtigruten MS Fram
Papageientaucher
Besuch auf der Brücke ...
... und im Maschinenraum
Die Besatzung verabschiedet sich von den Gästen

Rückreise in die Schweiz

Am sehr frühen Morgen wurden wir zum Flughafen von Longyearbyen gebracht, um den Rückflug in die Schweiz anzutreten. Vollgepackt mit fantastischen arktischen Eindrücken und Begegnungen mit der Tierwelt haben wir die Rückreise angetreten und auf dem Rückflug 2x den Sonnenaufgang erlebt: die Sonne ging kurz nach dem Abflug in Longyearbyen auf, um anschliessen gleich wieder unterzugehen; kurz vor der Landung in Düsseldorf ging sie wieder auf und holte uns in die Realität Mitteleuropas zurück: eine wunderschöne Reise nach Spitzbergen ging zu Ende.

Abflug aus Longyearbyen
Sonnenaufgang über Spitzbergen
Aussicht über Spitzbergen
Sonnenaufgang über Mitteleuropa