Expedition Antarktis & Südamerika

Expedition Antarktis & Südamerika

Hurtigruten

24.Februar 2019 - 08.April 2019

Antarktis & Südamerika

Endlich mal wieder auf Reisen, endlich mal wieder MS Fram und nun endlich einmal die Antarktis. Ein lang gehegter Reisewunsch ging in Erfüllung, als ich am 24.02.19 in den Flieger der Airline Edelweiss stieg und Richtung Buenos Aires aufbrach. Ich, die dem fliegen, nicht viel abgewinnen kann, gönnte sich Plätze in der Business-Class und war restlos begeistert. Seit Herbst 2018 fliegt Edelweiss direkt nach Buenos Aires. Wie gemacht für mein Vorhaben. Dank des hohen Komforts in Form eines Liegebetts, vorzüglicher Essen- & Getränkeauswahl und ausreichend Unterhaltungsprogramm, kam ich nach einem 16stündigen Flug, früh am Morgen und pünktlich in der pulsierenden Metropole Buenos Aires an.

Ich bezog mein wunderbar grosses Zimmer im Palladio Hotel Buenos Aires MGallery by Sofitel und war durch meinen ausgeruhten Status gewappnet für die erste Sightseeingtour. Für die nächsten 3 Tage erkundete ich, Dank grossartiger Guides, diese wunderbare Metropole. Mit jedem neuen Guide und jedem anderen Stadtteil ergab sich ein neues Bild. Buenos Aires ist so unglaublich vielfältig, dass es schade ist nur eine Nacht, so wie viele der Expeditionsreisenden, in der atemberaubenden Stadt zu verbringen. Wer die zeitlichen Möglichkeiten hat – dem kann ich nur empfehlen, mind. 4 Tage Aufenthalt in Buenos Aires einzuplanen. Mein Bauchgefühl, mich für ein Hotel im Stadtteil Recoleta zu entscheiden war genau richtig. Um die Stadt zu Fuss zu erkunden, ist Recoleta perfekt gelegen, da es relative zentral zu allen Sehenswürdigkeiten liegt.

Nach den 4 Tagen Buenos Aires ging es per Charterflug nach Ushuaia, der südlichsten Stadt in Südamerika und der Ausgangsort vieler Expeditionsreisen. Und hier traf ich meinen «kleinen Liebling» MS Fram wieder. So herrlich vertraut bezog ich meine Kabine und genoss die Zeit an Deck bis zum Ablegen. Schon hier kam man bereits in freudigen Kontakt mit anderen Entdeckern. 2 Tage Drake Passage lagen nun vor uns und jeder war gespannt darauf, zu sehen was uns erwarten wird. Erleben wir Drake-Shake oder Drake-Lake. Im dichten Nebel zeigte sich die Drake Passage als recht ruhige See. Kaum Seevögel & andere Meeresbewohner waren durch den Nebel auszumachen. Es war schon fast gruselig, so unbelebt und dunkel erschien mir die See. Eigentlich nicht schlecht, denn so musste man keine Angst haben etwas zu verpassen, wenn man die spannenden Lektoren-Vorträge besuchte, sich das gute Essen gönnte, ein Buch las oder einen Abstecher ins Fitnessstudio machte.

Dann nach ca. 1,5 Tagen auf See konnten wir Bewegung im Wasser ausmachen und die erste kleine Pinguinkolonie begrüsste uns springend aus dem Wasser. Nun ahnten es alle… sind bald da und so war es auch – die Südlichen Shetlandinseln waren in Sicht, immer noch im Nebeldunst aber definitiv da. Bald darauf hiess es «bereit machen für die erste Anlandung»… Die erste Berührung mit der Antarktis erfolgte auf den Aicho-Inseln. Alles, was wir vorher in Vorträgen vom Expeditionsteam mit auf dem Weg bekommen haben, war zum Teil hinfällig. Wir sollten einen Abstand von mind. 5 m auf die Pinguine haben. Wir haben uns daran gehalten nur die Pinguine nicht. Neugier trieb Sie an, uns genauer zu betrachten und auf Tuchfüllung zu gehen. Herzerweichend und urkomisch, so lässt sich das Beobachten der kleinen Frackträger unter anderem beschreiben. Auch in den nachfolgenden Tagen hätte ich Stunden damit verbringen können, zwischen den Kolonien zu sitzen und diese einfach zu beobachten.

Aber nicht nur diese kleinen Zeitgenossen brachten uns vor Freude zum Hüpfen auch die Vielzahl an Buckel- & Zwergwalen brachten jede Menge Oooohs & Aaaahs zustande. Nicht nur die Tierwelt ist einzigartig, auch die Eis- & Inselwelt. Gerade noch sind die Eisbedingungen so gut, dass Plan A realisierbar ist und 30 min später wird es dann noch Plan B. Dank dem super Expeditionsteam an Bord, lief alles wie geschmiert und ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass Plan B immer die bessere Version war. Wie könnte ich die Antarktis weiter beschrieben?! Ich kann es nicht, denn die Aussage die andere Reisende vor mir bereits getroffen haben stimmt - «Wer die Antarktis beschreiben kann, war nie dort». Es ist einfach einmalig, jegliche andere Aussage muss jeder für sich selbst treffen. Etwas Traurigkeit legte sich dann über uns als die Zeit in der Antarktis langsam zu Ende ging. Dazu gesellte sich Spassigkeit bei der Überfahrt durch die Drake Passage. Dieses Mal gute Sicht aber Drake-Shake. MS Fram bahnte sich sicher den Weg durch 8 m Wellen mit Auslegern von bis zu 12 m. So etwas nennt man Seereise – Herrlich.

Nach 1,5 Tagen Drake hatte uns Südamerika wieder und wir zogen meist bei schönstem Wetter durch die Fjordlandschaften von Patagonien. Streckenweise erinnerte uns die Landschaft an Norwegen, manchmal als wäre man in der Toskana. MS Fram brachte uns weiter entlang der südamerikanischen Küste bis Valparaiso. Hier hiess es nun Abschied nehmen, von den neuen Bekanntschaften, mit den man so vieles Erlebnisreiches entdeckt hatte. Ich zog los durch die Hafenstadt Valparaiso. Ich war begeistert von der Strassenkunst in Form von Wandgraffitis, welche man in einigen der Viertel entdecken kann. Unweit des Anlegeplatzes gab es noch ein Rudel Seelöwen, die einen bis zum Ablegen der Fram ein eigenes Kinoprogramm darboten.

Zurück an Bord bezogen neue Leute Ihre Kabinen. Ich war zugegeben froh, dass mir noch 3 Antarktismitreisende geblieben sind. Ich musste fest tellen, dass die Gäste auf der Südamerikareise ganz andere Interessen hatten, als wir, die aus der Antarktis kamen. Während wir Kurs Nord einschlugen, begegneten wir neben unzähligen Seevögeln, Walen, Seelöwen auch einer Delphingruppe von 400 bis 500 Tieren. Ein Erlebnis, dass sich nicht so schnell wiederholen wird, und was einen vor Glückseligkeit und Freude die Tränen in die Augen schiessen lies. Das Landschaftsbild entlang der Küste verändert sich von Fjorden, über Wüsten- bzw. Sandlandschaften bis hin zum Dschungelreich. In Panama gab es eine Planänderung. Eine ursprünglich geplante Anlandung wurde seitens der Anbieter abgesagt und kurzerhand wurde ein Treffen mit einem Indianervolk in die Wege geleitet. Ein Teil des Embera-Volkes kam zu uns an Bord der Fram und wir konnte ein Teil Ihrer Kultur und Ihrem Leben kennenlernen. Gerade ungeplante Dinge werden immer zu einem Highlight – so eben auch das Zusammentreffen mit dem Häuptling und den Frauen, Männern und Kindern.

Ein Tag später erreichten wir den Panamakanal. Für die meisten Gäste der Grund warum Sie diese Reise gemacht haben. Für mich eine Grund um vom Pazifik zum Atlantik zu kommen. Keine Frage, dass der Panamakanal von seiner Geschichte, dem Bauwerk bzw. der Baukunst her selbst unheimlich interessant ist aber nachdem, was wir 4 übriggebliebenen Antarktisreisende bereits gesehen hatten… - es war sozusagen «nice to see».

Nach dem Surfort Boca del Torro, der übrigens eine fantastische, relaxte Atmosphäre darbot sowie unglaublich freundliche Einheimische und exzellente Drinks, ging es weiter bis Puerto Limon in Costa Rica. Hier war unsere Endstation erreicht und nun hiess es für mich Abschied nehmen von den anderen 3 Antarktisteilnehmern aber auch von der Servicecrew mit denen wir zusammen einige Lacher hatten und dem tollen Expeditionsteam und den super lässigen Offiziersteam.

Für 2 weitere Tage ging es noch einmal an den Pazifik an die Westküste Costa Ricas, was sich mit dem Besuch im Nationalpark Manuel Antonio (montags geschlossen) und einer Katamaran-Fahrt bei Sonnenuntergang definitiv gelohnt hat. Für alle die Costa Rica einmal bereisen möchten, so empfehle ich sich nicht an einem Ort niederzulassen, sondern eine Rundreise zu planen. Costa Rica ist so unglaublich vielfältig, mit seinen Nationalparks, Wassersportarten, Vulkanen, Tier- & Pflanzenwelt etc., dass es schade wäre nur einen kleinen Teil dessen zu erkunden. Die Hauptstadt San Jose lohnt sich nicht so wirklich und eignet sich eher für An- & Abreise. In San Jose kämpft man mit vollen Strassen und Stau, Stau und Stau. Ansonsten ist das Fahren in Costa Rica sehr easy. Für Leute, die nicht unbedingt gerne selbst fahren wollen und lieber die vorbeiziehende Landschaft geniessen möchten, gibt es auch kleine Transferbusse die einen von Hotel zu Hotel bringen und die je nach Route faire Preise haben. Nach meiner letzten Nacht ging es zum Flughafen für die Heimreise. Costa Rica punktet mit einem sehr schönen, übersichtlichen Airport und tollen Geschäften wo man sich noch einmal mit dem guten Kaffee eindecken kann.

Mit Edelweiss ging es zurück nach Zürich, wieder in der Business-Class wieder mit einem angenehmen Direktflug, der das eigentliche Unwohlsein hinsichtlich des Fliegens eiskalt untergräbt. Früher dachte ich immer, es sei das Geld nicht wert in Business zu fliegen – heute weiss ich es besser und gerade auf Langstrecken lieber noch einmal in Business-Class fliegen, als in einem riesigen 4/5-Sterne Hotel untergebracht sein, dessen Einrichtung ich zum Grossteil eh nicht nutze. Dafür komme ich relaxt in meinem Zielort an und kann sofort loslegen. Zwei Daumen hoch für Edelweiss!!!

Noch ein ernster und aus Erfahrung beruhender Tipp meinerseits: Für alle, die einmal mit dem Expeditionsschiff in die Antarktis möchten oder aber in andere polare Gebiete. Leute, vertraut auf das Team an Bord und nicht auf das, was im Katalog steht oder was man mal gehört hat. Wer meint, man würde genau nach dem Fahrplan der Kataloge gehen, der irrt. Expeditionen stehen für nicht planbares Reisen und sind für Menschen, die gerne diesen Teil unserer Erde entdecken möchten, nicht genau wissend was auf einen zukommt. Aber das macht das Ganze auch so aufregend. Wer nach Plan reisen möchte, dem empfiehlt sich ein Ferienhaus in der eigenen Heimat.

 

MS Fram in Deception Island
Humback Whales
Costa Rica Manuel Antonio
Valparaiso
Glacier Tempanos
Neko Harbour
Seetag in der Antarktis
Yankee Harbour
Esel- & Zügelpinguin vereint
Aicho Insel